„Der Tübinger Ermittler Brühlsdorf ist angekommen!“
Schöne und spannende Krimilesung im Vorstadttheater Tübingen
Tübingen. Mit einem Statement von LKA-Präsident Stenger begann Walther Stonet, der Autor der Reihe um den Tübinger Privatermittler und Forensiker Graf Brühlsdorf seine Lesung. Dieser hatte bei seiner Amtseinführung im Jahr 2021 sinngemäß ausgeführt, dass Mafia- und Cyberkriminalität der Schwerpunkt seiner Arbeit sein würde. „Genau diese Themen behandle ich auch in meinen Brühlsdorf-Krimis.“ Später, im Jahr 2024 in einem SWR1-Gespräch, fügte Andreas Stenger noch den hybriden Krieg hinzu, den Russland gegen Deutschland betreibe. „Exakt dieses Thema werde ich im fünften Band aufgreifen.“
Auf den ersten Band „Tatort Glashaus“ wurde mit zwei Trailern der SWR-Podcast-Serie „Mafia-Land“ eingestimmt, die der Autor sehr zum Anhören empfahl. „Man wird, wenn man den Krimi gelesen hat, feststellen, wie gut dieser recherchiert worden ist.“ Dass außerdem einiges zur Sprache kommt, das nicht einmal alle Tübinger wissen, „liegt daran, dass mein Vater 23 Jahre Tübinger Universitätspräsident gewesen ist. Da bekommt man als Sohn eine Menge mit, das nicht zum Allgemeingut gehört.“
Der Autorenname ist ein Pseudonym, das den Cyberspezialisten Werner Theis seit seinem Studium begleitet und daher „älter ist als das Internet.“ Genau dieses Thema, Cybersicherheit, ist Gegenstand der beiden nächsten Bände. Bei „Akte Vakzin“ geht es um klassische Wirtschaftsspionage „oder Knowhow-Klau, wie man das neckisch formulieren könnte“, so der Krimiautor. Ein Tübinger Biotech-Unternehmen wird um seine mRNA-Erfindung erleichtert, „um damit Russlands Corona-Impfstoff zu entwickeln. „Hochspannend“, wie in der anstehenden Pause bemerkt wurde: Man habe viel über die Fragestellung dazugelernt.
Nachdem die Pause, in der viel Austausch unter den Anwesenden und mit dem Autor stattfand, von zwei Kriminalsonetten voll schwarzen Humor umrahmt wurde, kam mit „Nichts ist, wie es scheint“ der Themenkomplex Deepfakes, Fake-Videos, Hatespeech und Fakenews zur Sprache. Entlang des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs wurde diese Fragestellung aufgezeigt, verbunden mit einer Erläuterung, wie KI bei polizeilichen Ermittlungen helfen konnte. Auch ein Cyberangriff wird im Buch komplett geschildert.
Den krönenden Abschluss machte „Chiemsee Morde“, der aufzeigte, wie wichtig Virtuelle Realität (VR) und die Geolokation von Verdächtigen mittels Triangulation der Standorte der Handybenutzer waren, um Verbrechen aufklären zu können. „Dieser Band macht ebenso wie ‚Nichts ist, wie es scheint‘ klar, wie wichtig die kriminaltechnische Aufnahme der Tatorte ist, wie präzise, akribisch und geduldig, oft über Wochen, Monate und Jahre polizeiliche Ermittlungen betrieben werden“, bis sie zum Erfolg führten. Im Falle von Tatort Glashaus ist außerdem ein psychologisches Meisterstück vonnöten, um den gordischen Knoten aufzudröseln. „Zerschlagen war in diesem Fall keine Option“, meinte der Autor unter dem großen Beifall der Besucherinnen und Besucher.
Links:
https://bruehlsdorf.com/
https://www.vorstadttheater.de/